Die kurzgefasste Geschichte der SKEMA

Die SKEMA (Suny Kamay Energy & Martial Arts Academy) wurde 1978 vom jungen Schweizer Kampfkunstpionier Roland Krauer als KARK (Kampfkunstakademie Roland Krauer) in Kloten gegründet. Roland Krauer war schon zuvor kein unbekannter in Kampfkunstkreisen. Über Judo, wo er in der schweizerischen Nationalmannschaft war, über die indonesische Kampfkunst Pencak Silat unter seinem geehrten Lehrer Pendekar Haka Tahir, kam er zum Wing Chun Kung Fu, welches er als Pionier in die Schweiz brachte. Zudem war er im Krafttraining in den ersten Stunden mit seinem damaligen Mentor Werner Kieser mit dabei.

Sein Weg in der chinesischen Kampfkunst Wing Chun führte über Simon Lau, Lo Man Kam und Tang Sang Leung ins Zentrum der Kampfkunstfamilie des verstorbenen Hong Konger Stiloberhauptes Yip Man. Es folgten Studienreisen nach China mit Felix (Choek Son) Leong und Yip Chun unter anderem zu Pan Nam, in deren Zusammenarbeit er unter anderem als erster Weisser in der Wing-Chun-typischen Schmetterlingsmesserform unterrichtet wurde.

Schliesslich fand er aber in den Philippinen seine zwei wichtigsten Lehrer: Master Abay Jose Milan Go (Palakabanate, Tat Kuen Tao, Go Kosha) und Master Guru Lin Vicente Ranudo jr. (Leiblicher Sohn von Master Helarion Vincente Ranudo sr.) Durch sie erhielt er tiefen Einblick in die Hintergründe und das Wesen allen Seins und die tiefgreifende Einheit von Körper und Geist, sowie in die Raffinesse höchstentwickelter Kampfkunst. In dieser Zeit wurde auf den Philippinen auch das SKEMA-Trainingscenter «Two Rainbow Temple» gegründet, welches ein zentraler Dreh- und Angelpunkt des Verbandes ist, insbesondere auch für die InstruktorenAusbildung. Nach dem Ableben seiner zwei geliebten Lehrer folgten weitere Jahre mit Master Luo Mei Cheng, durch welchen das aktuelle Tai Chi und Kinderprogramm der SKEMA massgeblich mitgestaltet wurde und Si Gung Zugang zu innersten Kreisen der staatlichen chinesischen Medizin ermöglichte.

Während sich der junge Verband in den 1980er Jahren auf effektive Selbstverteidigung für Erwachsene beschränkte, bekam in den 90er Jahren das gesundheitliche Training für Erwachsene jeden Alters mehr Bedeutung und das philippinische Stockkampftraining wurde eingeführt. Zudem kam das Kindertraining dazu.

Ab 2000 entwickelte sich das Energietraining, Tai Chi wurde ins Programm aufgenommen. Seit 2010 engagiert sich die SKEMA in Schulprojekten, betreibt nebenbei Krafttrainingsstudios und es entstanden diverse Therapiepraxen. Im Jahr 2022 konnte das SKEMA Verbandszentrum in Uster eröffnet werden. Die SKEMA hat an vielen Wettkämpfen teilgenommen, zum Beispiel am Kung Fu Open in Taiwan 1986, am Kung Fu Open in Las Vegas 1989, an diversen Eskrima-Weltmeisterschaften und auch an Tai-Chi-Wettbewerben in China. Diverse Medaillen und Auszeichnungen wurden gewonnen. Inzwischen nehmen wir nicht mehr an Wettkämpfen teil, wir konzentrieren uns auf den Kern der Kampfkunst: Den Nutzen für den Einzelnen und die Gesellschaft.

Die kleine Idee der Energie und wie ich sie selbst auf einfache Weise beeinflussen kann

Die Atmung ist zentral, um unser körperliches Leben zu erhalten. Sie ist die erste Energieform. Atmung und Kontrolle des Atems ist eine gigantische Wissenschaft für sich, die den Rahmen eines Buches grösser als eine Bibliothek sprengen würde. Ein Menschenleben ist nicht genug, um alle Schattierungen des Atems kennenzulernen, selbst wenn wir uns täglich 24 Stunden damit beschäftigen würden. Ebenfalls birgt sie Gefahren.

Doch einige einfache Hilfsmittel des Atems kennen wir seit vielen Jahren und werden diese in Zukunft ins Training einführen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass der direkte Nutzen daraus gross ist und diese gefahrlos praktiziert werden können. Atem ist Leben. Wenn wir vor den Mahlzeiten ein paar ruhige und tiefe Atemzüge praktizieren, nehmen wir die Nahrung, Nahrungsergänzungen, Medikamente etc. besser auf. Falls wir ein wichtiges Gespräch vor uns haben, empfiehlt es sich davor, ruhig und fliessend zu atmen. Es wird besser verlaufen, man denkt klarer und ist balancierter.

Tägliche Atemübungen können unsere Gesundheit positiv beeinflussen. Auch bei hoher psychischer oder physischer Belastung empfiehlt es sich bewusst zu atmen. Muss man z.B. etwas schweres aufheben hilft es, davor ein paar tiefe Atemzüge zu tätigen. Man wird das Gewicht besser aufheben können. Kommen in einer Situation die Emotionen hoch, sollte man bevor diese aus einem herausbrechen die sogenannte Quadratatmung praktizieren: Quadratatmung bedeutet das wir 3 Takte einatmen, 3 Takte den Atem halten, 3 Takte ausatmen und 3 Takte in der Leere ohne Atemluft bleiben. Mit diesem Rhythmus wird für ein paar Minuten geatmet. Wenn dies gut geht, kann man den Takt auch auf 4 erhöhen. Unser Gemüt wird sich in kurzer Zeit beruhigen. Wichtig: Bevor man diese Atmung praktiziert, sollte man zuerst vollständig ausatmen.

Dies sind unsere Erfahrungen über viele Jahrzehnte SKEMA-Atemtraining und -Schulung. Wir hoffen, dass ihr diese einfachen Hilfsmittel in euren Alltag integrieren könnt und euch so diesen erleichtert. Tipp: Das Schlafzimmer sollte gut gelüftet werden, bevor man schlafen geht. Noch besser ist es, das Fenster einen Spalt offen zu lassen. Die abgestandene Luft, welche wir ausatmen, atmen wir sonst wieder ein. Atmen ist auch Entgiftung.

Die zweite Energieform betrifft die Nahrung. In Wirklichkeit nehmen wir durch Festnahrung zu einem Teil Sonnenenergie in uns auf. Alle ernährungswissenschaftlichen Fakten können einen grossen Nutzen haben, wenn man sie ausprobiert. Doch jeder Mensch ist verschieden. Darum haben wir kein festes System. Wir vertreten keine Richtung veganer, vegetarischer oder tierischer Ernährung, da die Nahrung von geografischen Gegebenheiten und deinen Bedürfnissen abhängig ist. Sicherlich ist es empfehlenswert, saisonal, sowie regional zu essen. Ebenso empfiehlt es sich, frische Nahrung zu sich zu nehmen, auf die Mikrowelle und prozessierte Nahrung, also Fertiggerichte, zu verzichten. Zucker sollte wenig oder möglichst gemieden werden. Das Essen sollte gut gekaut werden und nicht zu schnell gegessen werden. Es gäbe hier noch viel zu sagen. Wichtig ist, dass wir selber auf unseren Körper hören und merken, was uns guttut. Ab und zu einen Tag zu fasten bringt unsere Zellen wieder in Schwingung und reaktiviert diese. Auch eine dankbare Haltung gegenüber der Nahrung beeinflusst uns selber zum Positiven.

Die dritte Energieform ist die Bewegung, also die Art und Weise, wie wir unseren Körper benutzen. Sie ist ebenfalls vom Umfeld und den geografisch-kulturellen Einflüssen abhängig, in die wir geboren werden. Ein Beispiel: Es ist vermutlich jedem klar, dass es wenig Sinn macht, sich als Eskimo nackt auszuziehen und auf einer Eisscholle einen perfekten Lotussitz zu praktizieren. Davon kann ich ableiten, dass bestimmte Trainingsformen, die in (Süd-)Indien entwickelt wurden und für den Inder einen bestimmten Nutzen haben, nicht eins zu eins vom Eskimo übernommen werden können. Das einzig Wichtige an der Bewegung ist, dass sie ohne Ambition erfolgt – denn Leistungssport ist energievernichtend. Qi Gong, Tai Chi, Atemübungen und Kung Fu sind energiekultivierend. Sie reichern die Lebensenergie an und halten uns frisch, vital und agil bis ins hohe Alter. Wenn Körperbewegungen nicht mehr frei und fliessend ausgeführt werden können, muss eine Stagnation der Energie vorliegen. Dies drückt sich unter anderem durch Schmerzen oder Muskelverspannungen aus. Meist werden diese Stagnationen durch falsche Körperhaltungen ausgelöst. Diese haben ein grosses Spektrum an Ursachen und Einflüssen. Sie reichen vom einfachen Muskelkater, den jeder kennt, bis zu Einflüssen psychischen Ursprungs. Muskelkater entsteht durch neue, ungewohnte Bewegungen oder durch bekannte Bewegungsabläufe, die jedoch von der Belastungsintensität eine Herausforderung für unseren Bewegungsapparat darstellen. Das Endresultat ist Übersäuerung und somit Muskelkater. Die psychischen Ursachen von Muskelverspannungen entstehen durch Stress jeglicher Art und sind tausendfach gelagert. Mögliche Muster sind latente Aggression, Groll und Wut, die nicht veräussert werden können. Die emotionellen Frustrationen in ihren tausendfachen Schattierungen haben im Grunde genommen fast alle einen gemeinsamen Ursprung. Furcht!

Echtes Qi Gong löst diese Energiestagnationen auf. Es muss dazu gezielte Bewegung oder NichtBewegung in Form von statischen Positionen in Kombination mit Atmung praktiziert werden, denn Atmung ist die Brücke zwischen Geist und Körper. Die Übungen können wir an uns selbst und ohne Trainingspartner vollziehen. Wenn wir einen Trainingspartner zur Verfügung haben, ist eine korrekte Massage mit Atmung kombiniert eine wunderbare Übung, um diese Blockaden zu lösen. Die Massage ist auch als Selbstmassage ausführbar, hat aber den Nachteil, dass nicht alle Körperteile gut erreicht werden können, insbesondere wenn dort Blockaden bestehen (z.B. am Rücken). Zudem hindert Selbstmitleid oft die erforderliche Massageintensität.

Zusammengefasst kann gesagt werden, dass chronische Verspannungen aufgrund von Furcht entstehen und aus Selbstmitleid bestehen bleiben. Durch das Üben können deshalb auch verschiedene Affektionen wie Trauer, Wut, Verzweiflung oder Aggression ausbrechen. Oft haben wir gar keinen Bezug mehr zu den aufsteigenden Gefühlen, da wir sie komplett verdrängt haben. Wenn sich Blockaden durch oben genannte Übungen auflösen, werden Energien frei, die unseren Körper wieder aufrichten, dem Denkapparat Ruhe verschaffen und uns befähigen, unseren Körper wieder in Freude zu bewegen, zum Beispiel beim Treppensteigen, vom Stuhl aufstehen oder beim Tanzen. Auch über dieses dritte Kapitel könnte noch viel ausführlicher geschrieben werden.

Die vierte Energieform ist die Atmosphäre. Sobald unser Körper wieder beweglich und flexibel wird und wir alle Gelenke ohne Hinderung bewegen können, können wir aus dieser vierten Energieform, die wir im folgenden kurz ausleuchten, einen grossen Nutzen ziehen. Sie ist die Atmosphäre um uns herum, sowie all derer, die sich mit uns im gleichen Milieu bewegen. Wie können wir aus dieser Energie den grössten Nutzen ziehen? Ein wichtiger Faktor ist der Typ von Mensch, den wir im Augenblick sind. Wir unterscheiden zum Beispiel nach dem Alter: In jedem Alter verändert sich das Empfinden, Erleben und Wahrnehmen derselben Situation. Oder spielen wir heute als Erwachsene noch mit Puppen oder Bausteinen, wie wir es als Kind getan haben? Die Faszination eines Elternteils, das mit seinen Kindern spielt, ist sicherlich eine andere. Weiter müssen verschiedene Charaktertypen unterschieden werden, die wir einfachheitshalber der Psychologie entnehmen: Der introvertierte und der extrovertierte Charakter. Doch wenn wir auch da wieder wirklich in uns hinein fühlen und die durch korrekte Übung und Massage hervorgerufenen Veränderungen wahrnehmen, werden wir sehen, dass es diese zwei Typen im Grunde genommen so gar nicht gibt. Diese Qualitäten vermischen sich vielmehr wie Farbe, die ein Maler in seinem Malkasten zusammen mischt. Grob gesagt fühlt sich jedoch ein extrovertierter Mensch in einer Grossstadt wohl und kann dort mitten unter den Menschen die Energie zu sich nehmen, die er braucht um seine Blockaden zu lösen. Ein introvertierter Mensch wird sich dort nicht unbedingt wohlfühlen. Er sucht ruhige Orte wie Seen, Berge, Wald oder Waldlichtungen auf und findet dort einen Ort, wo er sich regenerieren kann.

Neben persönlichen Neigungen und Vorlieben kommen jedoch auch unveränderbare – von der Natur gegebene Umstände dazu – welche die Lebenskraft in ihrem Verhalten beeinflussen. Die Wissenschaft hat sich lange gegen das Vorhandensein solcher Umstände gesträubt, wird jedoch je länger je mehr einsehen, dass die alten Meister seit tausenden von Jahren die Wahrheit gesprochen haben. Ein uns vielleicht näherliegendes Beispiel, das dasselbe Thema beleuchtet, betrifft die verbreiteten Ermüdungserscheinungen speziell in Städten und Büroanlagen. Sie rühren daher, dass sich zu viele negative Ionen abnutzen und zu positiven werden. Bereits hat sich eine ganze Industrie auf diesen Bereich spezialisiert. Doch dieses Thema ist noch viel grösser und beschränkt sich nicht auf die Ionen alleine. Die Lebenskraft, die wir Chi oder Od nennen, umfasst in ihrer Gesamtheit eine Million mehr Faktoren, als die der Ionen alleine. Zum Beispiel reicht Luftverschmutzung von der chemisch-physikalischen bis zur gedanklichen und emotionellen Luftverschmutzung, welche vor allem vom Menschen selbst in grossem Masse betrieben wird. Als ursächliche Beispiele seien hier Habgier, Gier, Wut, Eifersucht, Aggression und Depression aufgeführt. Diese Faktoren beeinflussen die Atemluft und somit die zum Leben nötige Lebenskraft in enormem Masse.

Daher ist es wichtig, wo man lebt. In den Bergen fühlt man sich anders als im Tal und in der Stadt. Die Wissenschaft behauptet, dass es an der chemisch-physikalischen Luftverschmutzung liegt. Dies trift zum Teil zu, ist aber nicht die Hauptursache. Diese liegt darin, dass das negative Gedankengut der Menschen nicht aufsteigen kann, sondern sich eher wie CO2 verhält und sinkt. Die Wissenschaft glaubt heute, dass in den Bergen die negativen Ionen in grösserer Konzentration vorliegen. Ein SKEMA Martial Arts Praktizierender oder ein anderer energetisch geschulter Mensch, merkt jedoch schnell, dass dies nicht stimmen kann. Die höchsten Konzentrationen an negativen Ionen findest du nicht in den Bergen, nicht im Dorf und auch nicht in der Stadt. Jetzt denkst du, vielleicht im Wald? Dort ist sie auch nicht am höchsten. Doch es gibt eine andere Energieform im Wald, die sogenannte globale Energieform, welche dem Wald überhaupt Wachstum ermöglichen, die uns jedoch nicht direkt zugänglich sind. Natürlich gibt es im Wald weitere positive Faktoren. Die höchsten Konzentrationen an negativen Ionen – um beim Thema zu bleiben – finden wir in grossen Flächen, die nicht überbaut sind (dort wo zum Beispiel der Bauer seinen Acker pflügt), in ebenen Wüsten und bei grossen Wasserfällen oder Wasserverwirbelungen.

Die fünfte Energieform ist die unbewusste Benutzung unseres Körpers. Ein einfaches Beispiel hierfür sind unbewusste, unkontrollierte Bewegungen, welche aus psychologischen Gründen entstehen. Zittern mit den Beinen aus Nervosität oder Bewegungen mit den Fingern, wenn wir ungeduldig sind. Wenn wir diese Bewegungen unter Kontrolle bringen, wird diese Energie für uns nutzbar. Es hat viel mit Selbstwahrnehmung und Selbstkontrolle zu tun.

Echte Kampfkunst bezieht all diese Faktoren von Energie mit ein. So kreieren Stressminderung und Furchtbewältigung durch Flexibilisierung des Körpers, Atmung, Massage und die passende Umwelt ein neues Leben und Empfinden. Mit der Veränderung unseres psychischen Verhaltens ändert sich auch unser Konfliktverhalten. Wir werden fähig, auf eine instinktive Art zu reagieren, so dass grössere Schäden verhindert werden, sei es wenn wir uns verbal oder körperlich verteidigen müssen oder auch im normalen Alltag beim Ausrutschen auf einer Eisscholle oder bei einem Auffahrunfall. Unsere Stressbelastbarkeit wird grösser, was positiv für uns selber und unsere Umwelt ist. Das jahrelange Üben des Umgangs mit den erwähnten Energieformen, führt zu dem, was wir den SKEMA-Body nennen und wofür die SKEMA steht: Volksgesundheit oder die drei «S» für Selbstverteidigung, Selbstsicherheit und Selbstmeisterung. Das Alter spielt keine Rolle, die Prinzipien bleiben dieselben.

Brief von Si Gung Suny Kamay von 2015, ergänzt durch das Wissen der letzten Jahre welches wir SKEMA Schulleiter und SKEMA Therapeuten durch intensive Schulungen von unserem Si Gung lernen durften.