Seit mehreren Jahren findet im Schulhaus Grossacker im Rahmen des Atelierfachs ein freiwilliger Kung-Fu-Kurs statt. Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler der 1. bis 6. Klasse und wird altersdurchmischt durchgeführt. Während des Schuljahres trainierten 20 Kinder jeweils einmal pro Woche am Montagnachmittag nach dem regulären Unterricht. Geleitet wird der Kurs von Instruktor Luca Trinidad.
Das Angebot knüpft an den obligatorischen Kung-Fu-Unterricht im Kindergarten an. Alle Teilnehmenden hatten dort bereits ihre erste Prüfung absolviert und können ihr Training im Atelierkurs über mehrere Schuljahre hinweg fortsetzen und ihre Fähigkeiten kontinuierlich weiterentwickeln.
Jeweils am Ende des Schuljahres, bildet eine weitere Prüfung den Abschluss des Projekts. Die Kinder präsentierten Ihren Eltern die erlernten Techniken und machten ihre Fortschritte sichtbar.
Im Mittelpunkt des Unterrichts stand nicht der Leistungsgedanke, sondern die ganzheitliche Entwicklung der Kinder. Kung Fu fördert die Verbindung von Körper, Emotionen und Gedanken und entspricht damit dem pädagogischen Grundsatz von Pestalozzi – «Kopf, Herz und Hand». Neben Bewegung und Körperwahrnehmung werden Aufmerksamkeit, Disziplin, Selbstvertrauen und ein respektvoller Umgang miteinander gestärkt.
Ein zentrales Element des Unterrichts ist das altersübergreifende Lernen. Erfahrene Kinder unterstützen jüngere oder weniger geübte Teilnehmende und übernehmen Verantwortung. Ein langjähriger Schüler räumt aktuell beispielsweise zu Beginn jeder Lektion freiwillig die Schuhe aller Kinder auf. Diese einfache Geste verdeutlicht einen wichtigen Wert des Kung Fu: Wer in etwas stark wird, übernimmt Verantwortung für die Gemeinschaft.
Anlässlich der Prüfung betonte Luca Trinidad gegenüber den Eltern, dass Kung Fu kein Leistungssport, sondern ein Weg der persönlichen Entwicklung ist. Die körperliche Stärke bildet dabei die Grundlage, um Herausforderungen im Leben mit Ausdauer, Disziplin und Mut zu bewältigen – sei es in der Schule, auf einem anspruchsvollen Bildungsweg oder später bei der Verwirklichung eigener Ziele und Träume.
Besonders bei den Kindern, die bereits seit der 1. Klasse trainieren, sind diese Entwicklungen gut sichtbar. Ein Schüler absolvierte im Rahmen des Projekts bereits seine 7. Prüfung. Neben den technischen Fortschritten zeigen sich eine wachsende Konzentrationsfähigkeit, mehr Empathie, Sozialkompetenz und Verantwortungsbewusstsein.
Das Projekt leistet damit einen wertvollen Beitrag zu einem gesunden Schulalltag. Es verbindet Bewegung mit Persönlichkeitsbildung und stärkt Kinder darin, ihren eigenen Weg mit Disziplin, Respekt und innerer Stärke zu gehen.